hellhörig
Musik und Konzept: Carola Bauckholt (*1959)
Musikalische Leitung: Erik Oña
Installation: Georges Delnon, Roland Aeschlimann
Kostüme: Marie-Therése Jossen
Video: Christoph Schödel
Licht: Tobias Löffler
Sylvia Nopper, Sopran
Truike van der Poel, Mezzosopran
Matthias Horn, Barition
Cellotrio blu: Ulrike Zavelberg, Tobias Moster, Francesco Dillon (a.G.)
Schlagquartett Köln: Thomas Meixner, Boris Müller, Dirk Rothbrust, Achim Seyler
Klangregie: Zoro Babel
Mitarbeit Installation: Ilka Weiss
Assistenz Installation: Marie Kerkhoff
Production manager: Susanne Weinzierl
Technical director: Werner Kraft
Technical project manager: Peter Weyers
Spieldauer: 60-70 Minuten
Aufführungsrechte: Thürmchen Verlag, Köln
Kompositionsauftrag der
GEMA-Stiftung zur Münchener Biennale
Produktion: Münchener Biennale
In Zusammenarbeit mit dem
Schauspiel Köln, gefördert von der
KUNSTSTIFTUNG NRW
Uraufführung
Mi 23. April, 20 Uhr
weitere Vorstellungen
Do 24. April, 20 Uhr und Fr 25. April, 19 Uhr
Reithalle
Karten: € 20,–
Ermäßigt: € 10,–
Karten bestellen:
München Ticket
Weitere Aufführungen:
Fr 13., Sa 14., So 15 Juni 2008
Schauspiel Köln/ Halle Kalk
Sa 17. und So 18. Januar 2009
Theater Basel/ Kaserne Basel
Komponistengespräch: Carola Bauckholt
Moderation: Peter Ruzicka
Mi 23. April, 18.30 Uhr
Reithalle
Hellhörig – in der Umgangssprache ist der Begriff zwiespältig besetzt. Er deutet einerseits Geräuschdurchlässigkeit an, lässt unfreiwillige Mitteilung oder Zeugenschaft befürchten. Andererseits bezeichnet er einen Zustand gesteigerter Aufmerksamkeit. Mit beiden Bedeutungen spielt Carola Bauckholt in ihrer Oper für die Münchener Biennale. Ihre Musik ist „geräuschdurchlässig“. Geräusche spielen in ihr sogar die Hauptrolle. hellhörig nannte sie „ein Theater der Geräusche“. Die akustischen Ereignisse, die den traditionell guten Ton weit überschreiten, geben diesem Werk nicht nur das Material, sondern übernehmen Funktionen und Bedeutungen, die im herkömmlichen Theater den „dramatis personae“ zukamen. Und Carola Bauckholt zielt mit dieser Produktion wie mit allen ihren Werken auf eine Sensibilisierung, eine Schärfung der Wahrnehmung, auf eine Haltung gesteigerter Aufmerksamkeit, die vom Hören ausgeht.
Für
hellhörig gibt es keinen Text, kein Libretto. Das Stück kommt ganz ohne Worte aus –
– und ist doch konzentrierte Ausdruckskunst. Räume und Situationen werden durch ihren Klang beschrieben, werden unter die Hör-Lupe genommen, abgetastet, befühlt und verändert. Die Musik zieht das, was im Alltag allgegenwärtig nahe ist, aus dem Schein des Selbstverständlichen heraus, versetzt es in neue Konstellationen und rückt es in den Brennpunkt konzentrierter Wahrnehmung. „Das Geräusch selbst ist der Gegenstand der Oper. Geräusche sprechen und erzählen von sich aus“. (Carola Bauckholt) Gewohntes, vorgefundenes akustisches Material wird in gestaltetes verwandelt, wird aus seinem ursprünglichen Bedeutungsfeld gelöst und in neue Kraftfelder versetzt.
Zwei Klangwelten treffen aufeinander und verschränken sich: Musik, die live gemacht wird, und solche, die über Lautsprecher eingespielt wird. Letztere ist vorproduziert; sie wird nicht durch live-elektronische Umwandlung aus dem Gespielten und Gesungenen gewonnen.
Die MusikerInnen auf der Bühne agieren zum Teil mit den Instrumenten, in denen sie geschult und ausgebildet wurden: mit ihren Stimmen, mit Violoncelli, Klavier und Schlagzeug, aber auch mit anderen Klangerzeugern, mit Alltagsgegenständen. Die live produzierten Geräusche schlagen die Brücke von der vorproduzierten musique concrète zum traditionellen Ton der Instrumente und Stimmen, der hier nur als eine der unendlich vielen Möglichkeiten musikalischen Materials erscheint.
Licht und Videoprojektionen ergänzen und erweitern das Theater der Klänge. Sie schaffen Atmosphäre, gestalten den Raum, zu dem die kreisförmige Bühne, die in der Art einer Arena aufgebauten Zuschauerplätze und der umgebende, freie Raum in der Reithalle gehören. Das Theater der Geräusche ist eine zugleich konzentrierte und offene Form. Dieses Kräftespiel bestimmt auch die visuelle Seite des Werkes. Licht und Projektionen, gleichsam kontrapunktische Dimensionen zum Klanggeschehen, ziehen den großen dramaturgischen Bogen durch das Werk. Er kann als eine Art Aufwärtsbewegung beschrieben werden.
Habakuk Traber: Frau Bauckholt,
hellhörig ist eine Oper ohne Text…
Carola Bauckholt: …sagen wir besser: Musiktheater ohne Text. Es gibt einen musikalischen und einen theatralischen Ausdrucksraum jenseits der Worte. In
hellhörig geht es uns um die Erfahrung dieser Dimensionen jenseits der Sprache. Man wird deshalb nicht einmal Sprachfragmente vernehmen, geschweige denn zusammenhängende Texte, weder von Sängerinnen und Sängern, noch in dem Teil der Musik, der elektronisch zugespielt wird.
Die Sprache entwickelte ja in unserer Tradition die Eigenart, dass sie das Denken schnell in sich verwickelt und um sich sammelt. Als Medium hält sie die Dinge zugleich auf Distanz. Uns geht es jedoch darum, in die Welt der Geräusche hineinzuhören, sich in sie hineinziehen zu lassen, Distanz nicht zu schaffen, sondern zu überwinden.
HT: In Ihrer Musik gibt es ja auch vorproduzierte musique concrète, die zugespielt wird. Grob gesagt besteht Ihre Komposition aus zwei Komponenten, dem was Musikerinnen und Musiker auf allen möglichen Instrumenten live erzeugen, und dem, was Sie vorproduziert haben und elektronisch einspielen lassen.
Woraus haben Sie die zugespielte Musik komponiert?
Carola Bauckholt: Es kommen nur sehr wenige kurze Zuspielungen vor. Sie können den Gesang oder Ruf eines Wals, original aufgenommen, hören, aber auch das Geräusch eines Scheibenwischers. Diese kurzen Momente funktionieren wie eine Filmblende, eine klangliche Erinnerung.
HT: Spielen Sie mit der Semantik der Geräusche?
Carola Bauckholt: „Semantik“ ist in diesem Zusammenhang ein schwieriger Begriff. Ich spreche lieber von den Assoziationen, die sich mit Geräuschen verbinden. Diese können bei Zuhörern manchmal ähnlich bis gleich ausfallen, können sich aber auch stark voneinander unterscheiden. Es kommt ja immer darauf an, auf welchen Erfahrungshintergrund bestimmte akustische Ereignisse oder Signale beim einzelnen Hörer treffen. Sicher erzählen die Geräusche, die ich komponiere, etwas – übrigens sie nicht allein, sondern im Zusammenwirken mit Raum, Licht, Bewegung, Videoprojektion und szenischer Aktion. Aber was sie „erzählen“, wird gewiss von verschiedenen Zuhörern und Zuschauern unterschiedlich verstanden.
HT: Auf der Bühne agieren elf Musikerinnen und Musiker, mit Stimmen, mit Instrumenten…
Carola Bauckholt: …und mit Gegenständen, mit denen sie sonst nicht Musik machen. An die Saiten des Flügels werden Bogenhaare und Kassettenbänder geknotet und nach oben geführt, mit denen die Pianistin wunderschön resonierende Streich- und Reibeklänge erzeugen kann. Die Cellisten kreisen mit Gläsern auf ihren Saiten, um merkwürdige Glissandoklänge zu erzeugen, und das Schlagzeug ist, wie häufig in der Neuen Musik, um etliche Objekte aus der Alltagswelt erweitert. Sie agieren mit Lampenschirmen, Kartons und mit allerhand anderen Dingen, die eine eigentümliche Klangwelt erzeugen können. Mir geht es ja darum, die musikalischen Energien, die in Geräuschen stecken, herauszulocken. Das gelingt mir durch die Verknüpfung mit den klassischen Instrumenten am Besten. Wir staunen oft, welche klaren Gesänge in den Geräuschen stecken, wenn sie in einen musikalischen Zusamenhang gebracht werden.
HT: Zum Beispiel?
Carola Bauckholt: Der Lampenschirm einer normalen Schreibtischlampe besitzt einen klaren Grundton mit ganz eigener Klangfarbe, wenn man ihn auf kolophoniertes Holz zieht. Um diesen im Klavier oder Cello aufzugreifen, muss sich das klassische Instrument bemühen, diese Farbe zu erzeugen. So entstehen automatisch ungewohnte Spieltechniken.
HT: Die Aktion der Musikerinnen und Musiker ist Teil des Bühnengeschehens.
Carola Bauckholt: Nicht nur Teil des Bühnengeschehens, sondern das Zentrum. Die Instrumente bilden gleichsam das Bühnenrelief. Die Bühne selbst gleicht einer Scheibe, wie in einer Arena umgeben von den Sitzreihen des Publikums. Sie ist nicht besonders groß, das gesamte räumliche Arrangement trägt einen recht intimen, konzentrierten Charakter. Die Instrumente aber öffnen die Scheibe zum Raum. Sie sind nicht nur Klangerzeuger, sie werden zu Skulpturen.
HT: Sie sprechen von einem „Theater der Geräusche“. Kann man sagen, dass Sie die heute verbreitete Art der Wahrnehmung, bei der das Visuelle im Vordergrund steht, umkehren und das Hören in den Mittelpunkt rücken?
Carola Bauckholt: Selbstverständlich kommt es mir in diesem wie in bisherigen Projekten darauf an, die Wahrnehmung, das Hören zu sensibilisieren. Ich würde nur den einen unserer Sinne nicht gegen den anderen ausspielen. Im Musiktheater, auch in meinem, geht es um das Zusammenwirken von beiden. Das Licht, die Videoprojektionen, die Bewegungen auf der Bühne verstärken die Vorgänge in der Musik – oder sie bilden einen unerwarteten Gegensatz zu ihr. Die optische Erwartung beim Hören eines Lauts kann völlig von dem abweichen, was Sie sehen. Eine Schachtel, mit Kolophonium bestrichen, wird über ein Stück Holz geschoben: Das klingt, als ob ein Tier schreien würde. Mit solchen Spannungen zwischen Erwartung und Ereignis kann die Regie sehr gut arbeiten. Kurzum: Es geht uns immer um das gegenseitige Verhältnis von Hören und Sehen, nicht um eine Hierarchie oder ihren Umsturz.
HT: Apropos Regie. Herr Delnon, was lässt sich in einem Theater der Geräusche eigentlich inszenieren?
Georges Delnon: Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um Inszenierung im herkömmlichen Sinn. Das meiste dessen, was auf der Bühne geschieht, ist musikalisch vorgegeben, denn es dient der Klangerzeugung. Daraus zogen wir zunächst eine doppelte Konsequenz. Wir richten den kreisförmigen Bühnenraum wie eine Werkstatt ein, in der die MusikerInnen arbeiten. Dann können wir mit der Spannung zwischen Hören und Sehen arbeiten. Der Assoziationsgehalt eines Geräuschs steht für uns oft in merkwürdigem Widerspruch zu dem, was wir sehen. Erzeugung und Bedeutung eines Klangs klaffen auseinander. Also: Die Tonerzeugung inszeniert sich selbst. Die Sichtbarkeit der Geräuschproduktion aber verändert die Wirkung. Die Geräuschsequenz, die entsteht, wenn sie Bohnen oder Reis in eine Blechwanne schütten, nehmen sie anders wahr, wenn sie den Vorgang sehen.
HT: Welche Rolle spielen Licht und Projektionen?
Georges Delnon: Sie spielen eine ganz wesentliche Rolle. Das Licht schafft die Atmosphäre. Projektionen differenzieren sie. Das visuelle Medium verdoppelt das akustische nicht, sondern komponiert eine zweite Spannungsebene dazu. Das Lichtspiel ist nicht einfach eine Choreographie der Musik. Das ließe sich auch mit Carola Bauckholts Kompositionen gar nicht machen. Licht und Videoprojektionen artikulieren und orientieren den Raum. Wenn ich Videosequenzen – wir arbeiten nur mit abstrakten, nicht mit realistischen – auf die „Werktätigen“ im Bühnenraum projiziere, konzentriere ich die Wahrnehmung ganz anders auf das Verhältnis von Klangerzeugung und -wirkung als wenn ich etwa das Licht nach oben richte. Hellhörig spielt sich für mich in einer Atmosphäre zwischen Traum und Alptraum ab. Das liegt vor allem daran, dass der Sinnträger und Sinnstifter an sich, die Sprache, in diesem Stück gänzlich fehlt. Roland Aeschlimann und ich haben einmal den Gedanken durchgespielt, was geschehen würde, wenn wir Worte, Sätze, Sprachstücke einwerfen würden. Wir erkannten sofort, dass sich das Ganze vollkommen ändern würde. Dadurch, dass das Benennende des Wortes fehlt, entsteht ja die offene, in ihrem Verlauf aber doch wieder sehr bestimmte Form. Man muss bei ihr wesentlich mehr ausprobieren als bei einem Stück mit Text.
Um jedoch auf Ihre Ausgangsfrage zurückzukommen: Was wir hier erarbeiten, geht über das klassische Inszenieren selbstverständlich weit hinaus. Wir sprechen daher lieber von einer Installation, in der die Komponenten von Klang, Licht, Video und szenischer „Arbeit“ in spannungsvoller Weise zusammenwirken.
Carola Bauckholt
wurde 1959 in Krefeld geboren. Nach mehrjähriger Mitarbeit im Krefelder Theater am Marienplatz (TAM) studierte sie von 1978 bis 1984 an der Musikhochschule Köln bei Mauricio Kagel. 1985 gründete sie mit Caspar Johannes Walter den Thürmchen Verlag, 1991 das Thürmchen Ensemble. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u .a. 1986 das Bernd Alois Zimmermann Stipendium der Stadt Köln, 1997 den Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom. 1998 wurde sie mit dem Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und vertrat Deutschland bei den Weltmusiktagen in Mexiko 1992, in Kopenhagen 1996, in Seoul 1997 und in Zürich 2004.
Ein zentrales Moment der Werke von Carola Bauckholt ist das Nachdenken über das Phänomen der Wahrnehmung und des Verstehens. Ihre Kompositionen vermischen oft Elemente aus Performance, visueller Kunst, Musiktheater und konzertanter Musik. Dafür bedient sie sich gerne geräuschhafter Klänge, die oft mit ungewohnten Mitteln erzeugt werden und nicht in ein vorgegebenes Kompositionsraster eingearbeitet, sondern in ihrer freien Entfaltung beobachtet und fortgeführt werden.
Erik Oña
, (Musikalische Leitung)
1961 im argentinischen Córdoba geboren, studierte Komposition und Dirigieren in Argentinien und in den USA, war danach Stipendiat an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, beim IRCAM in Paris und beim ZKM in Karlsruhe. Oña leitete mehr als 150 Uraufführungen verschiedenster Genres von der Kammermusik bis zur Oper und arbeitete dabei mit Ensembles, Orchestern und Bühnen in Europa, den USA und Südamerika zusammen. Er gründete das Zentrum für weiterführende Studien der zeitgenössischen Musik in Buenos Aires (CEAMC), lehrte 1989–1993 als Professor für Komposition und Orchestrierung an der Universität La Plata, unterrichtete als Gastprofessor für Komposition und Computermusik am Kunitacho College of Music in Tokio. Nach Professuren in Buffalo und Birmingham lehrt er seit 2003 an der Musik-Akademie Basel. Seit 1996 ist er Dirigent des Thürmchen Ensembles Köln.
Georges Delnon
(Installation)
studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Komposition. Er inszenierte zahlreiche Werke für das Sprech- und das Musiktheater aus dem traditionellen und zeitgenössischen Repertoire,
u. a. 2004 die Uraufführung
…22,13… von Mark André für die Münchener Biennale, das Staatstheater Mainz und das Festival d’Automne Paris. 1996-99 war Delnon Intendant des Theaters der Stadt Koblenz. 1999–2006 leitete er als Intendant das Staatstheater Mainz. Seit der Spielzeit 2006/2007 ist er Direktor des Theaters Basel. Er unterrichtete an der Folkwang Hochschule Essen, gab Meisterkurse beim Lucerne Festival und in Montepulciano. Er hat eine Professur für Szenisches Arbeiten an der Hochschule für Musik Rheinland-Pfalz. Ab 2009 wird er zudem Künstlerischer Leiter des Musiktheaters der Schwetzinger Festspiele.
Roland Aeschlimann
(Installation)
arbeitete nach seinem Studium in Bern und Basel zuerst als Designer, Plakat- und Buchgestalter; ebenso als Art-Director in Japan und später als Ausstattungsleiter am Grand Théâtre de Genève. Wichtige Impulse für seine Theaterarbeit erhielt er durch den Bühnenbildner Josef Svoboda, als Assistent bei den Bayreuther Festspielen und bei Caspar Neher in Salzburg. Als Bühnenbildner hat Roland Aeschlimann in London, New York, Warschau, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Essen und vielen anderen Orten gearbeitet. Da ihn die theatralischen Aspekte des barocken und modernen Gesamtkunstwerks besonders interessieren, gehören Wiederaufführungen selten gespielter Opern und Uraufführungen zu seinen bevorzugten „Objekten der Begierde“. Bei Stücken , die ihn auf Grund ihrer theatralischen Möglichkeiten besonders reizen, übernimmt er neben dem Bühnenbild auch Regie.
Christoph Schödel
(Video)
stammt aus Mainz, studierte Betriebswirtschaftslehre in Siegen sowie Politikwissenschaften in Mainz und arbeitete parallel bei diversen Fernsehproduktionsfirmen. Seit 1998 arbeitet er als freier Mitarbeiter im Bereich Videotechnik am Staatstheater Mainz und ist beteiligt am Aufbau einer Videoabteilung. Er arbeitete u.a. mit den Regisseur/innen Georges Delnon (
...22,13... von Mark André für die Münchener Biennale und die Opera National de Paris /
Don Giovanni für das Staatstheater Mainz /
Der Alte vom Berg von Bernhard Lang für das Theater Basel), Gottfried Pilz (
Peter Grimes), Irmgard Lange (
Die Dreigroschenoper, Medea), Mathias Fontheim (
Onkel Wanja,
Der Rosenkavalier und
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny) sowie Martin Schläpfer (
Tanzsuite für ballettmainz) zusammen.
Sylvia Nopper
(Sopran)
studierte zunächst Rhythmik und Klavier an der Musikhochschule Trossingen, dann Gesang am Konservatorium Basel. Neue Musik spielte schon früh eine zentrale Rolle in ihrer künstlerischen Arbeit. Weltweit konzertiert sie mit ihren eigenen Ensembles æquatuor und theBEAM, mit den Spitzenformationen der Neuen Musik (Ensemble Modern, Klangforum Wien, Ensemble intercontemporain) unter Dirigenten wie Heinz Holliger, Jürg Wyttenbach oder Pierre Boulez. Neben der Neuen Musik gilt ihre besondere Liebe dem Liedgesang in seiner ganzen Vielfalt.
Truike van der Poel
(Mezzosopran)
studierte Altphilologie in Leiden, Gesang in Den Haag, Chorleitung in Rotterdam. Bis 2001 lehrte sie Chorleitung an der Musikhochschule Hannover. Seitdem widmet sie sich ausschließlich dem Gesang. Sie profilierte sich – neben dem barocken und klassischen Oratoriumfach – hauptsächlich als Interpretin Neuer Musik, gastierte u.a. beim Warschauer Herbst, beim Davos Festival, bei musica viva (München) und im IRCAM (Paris). Sie gehört dem Kölner Thürmchen Ensemble und seit 2007 den Neuen Vocalsolisten Stuttgart an. Sie sang Uraufführungen von Salvatore Sciarrino, Carola Bauckholt, René Leibowitz, Dora Cojocaru, Thomas Stiegler, Erik Oña.u. a.
Matthias Horn
(Bariton)
studierte zunächst Kirchenmusik, bevor er zum Gesang wechselte. Alter und Neuer Musik gilt gleichermaßen sein Interesse. Er arbeitete mit führenden Dirigenten, Komponisten und Ensembles für Neue Musik zusammen. Bei der Münchener Biennale, wirkte er 2004 an der Uraufführung von Brian Ferneyhoughs Oper
Shadowtime mit. Matthias Horn gründete mit dem Pianisten Christoph Ullrich und dem Schauspieler Peter Heusch das Ensemble BonaNox, das mit großem Erfolg Kammermusik und Literatur dramaturgisch verknüpft. Horn engagiert sich darüber hinaus im mehrfach ausgezeichneten Ohrwurm-Projekt Frankfurt für didaktisch gut vorbereitete Kinderkonzerte in Grundschulen.
Helena Bugallo
(Klavier)
schloss ihre Studien am Konservatorium La Plata und an der State University Buffalo (New York) mit einem Master in Klavier und einem Doktorgrad in Musikwissenschaft ab. Sie trat bei internationalen Festivals Neuer Musik in Europa, den USA und Südamerika auf, arbeitete mit zahlreichen Komponisten (u. a. Steve Reich, Lukas Foss, Carola Bauckholt, Peter Eötvös, Erik Oña und Caspar Johannes Walter) und Ensembles (u.a. Meridian Arts Ensemble New York, Nexus Toronto, SWR Vokalensemble Stuttgart, Thürmchen Ensemble Köln und Ensemble Resonanz Hamburg) zusammen. 2001–2003 war sie Gastdozentin an der Universität Birmingham. Seit 2003 lebt sie in Basel. Sie ist Mitglied des Ensemble Phoenix Basel.
Cellotrio blu
Das Trio wurde 1996 von Ulrike Zavelberg, Tobias Moster und Caspar Johannes Walter gegründet, um Stücke, die den InterpretInnen besonders am Herzen liegen, in engem Kontakt mit den KomponistInnen zu erarbeiten und aufzuführen. Es sind nicht nur Kompositionen mit oft ungewöhnlichen Spieltechniken, die aufgeführt werden; auch die Aufführungsbedingungen können vom Rahmen des gewöhnlichen Konzertes abweichen, wie z.B. bei Konzerten im Freien (Rümlingen), bei experimentellen Hörstückproduktionen, bei halbszenischen und szenischen Produktionen (Dresdner Tage für zeitgenössische Musik, Oper Bielefeld) und bei der live-elektronischen Transformation des Celloklangs (Musikmonat Basel, ZKM-Festival, Karlsruhe).
Schlagquartett Köln
Das Quartett debütierte 1989 bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik mit Uraufführungen von Wolfgang Rihm, Edison Denissow u.a. Durch enge Zusammenarbeit mit Komponisten und kontinuierliche Suche nach speziellen Klängen entstehen innovative Spieltechniken, parallel zur Entwicklung und dem Bau neuartiger Klangerzeuger. So kann der „Fundus“ kompositorischer Mittel erweitert und zukünftiges Komponieren für Schlaginstrumente entscheidend beeinflusst werden. Die Förderung besonders der jüngeren Komponistengeneration ist ein wichtiges Anliegen des Schlagquartett Köln. Neben ihrer Tätigkeit im Schlagquartett Köln konzertieren die einzelnen Mitglieder als Solisten und arbeiten regelmäßig mit renommierten Ensembles für zeitgenössische Musik im In-und Ausland zusammen.