10. Münchener Biennale - Internationales Festival für neues Musiktheater
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Freie Szene München

Micro Oper München

One-Woman-Opera


Ein Musiktheater in vier Szenen, eine Reise durch Frauenwelten komponiert von


Irinel Anghel (*1969)

Shopping in Paradoxesphere


Auftragswerk, Uraufführung

Juliane Klein (*1966)

Sie ist 40


Auftragswerk, Uraufführung

Charlotte Seither (*1965)

One-Woman-Opera (2004)



Carola Bauckholt (*1959)

Die Alte (2001)




Sängerin und Performerin: Cornelia Melián

Idee/ Stückentwicklung: Cornelia Melián
Regie/ Choreographie: Judi Wilson
Bühne/Kostüme: Magdalena Gut
Licht/ Technik: Markward Scheck
Management/ Co-Regie: Axel Tangerding

Dauer: 60 Minuten

Aufführungsrechte:
Eigenverlag (Anghel)
Edition Juliane Klein
Bärenreiter Verlag (Seither)
Thürmchen Verlag (Bauckholt)


Produktion


Micro Oper München in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, der Münchener Biennale und ARCUB Bukarest. Koproduktion: Meta Theater München.
Mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung, des Fonds Darstellende Künste e.V. und der Stiftung Oklahoma

Ernst von Siemens Musikstiftung

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Fonds Darstellende Künstler e.V.


Karten: € 15,–
Ermäßigt: € 8,–


Uraufführung


Fr 25. April, 22.30 Uhr

Weitere Vorstellungen


Sa 26. April, 22.30 Uhr
So 27. April, 18 Uhr
Gasteig/Black Box

Cornelia Melián stieß 2006 auf Stücke von Charlotte Seither und Carola Bauckholt, die sich mit den alltäglichen Erfahrungen unseres Seins auseinandersetzen. Das von Frauen aus ihrer Erfahrungsperspektive Erzählte inspirierte sie dazu, eine Sängerin als Spielfigur in den Mittelpunkt von vier Solo-Gesangsstücken zu stellen. Irinel Anghel und Juliane Klein konnte sie für Auftragskompositionen gewinnen.
So entstand eine Folge von vier Szenen. Sie bilden zusammen ein Assoziationsgeflecht, ein Kaleidoskop an Wahrnehmungen. Gleichzeitig stellen sie allein schon in der durchgehend präsenten Protagonistin eine geschlossene Einheit dar. Kleine Welten kommen wie zufällig zusammen, sie spiegeln sich aneinander, tauschen sich aus. Unterschiedliche Arten von Geräuschen und Musik verdichten sich zu einer Handlungspartitur: vom schweratmigen Seufzen der Alten, über die Frage nach der gesellschaftlichen Position einer vierzigjährigen Frau, die sich im Fadenkreuz von Realität und Möglichkeit befindet, bis hin zu einer Geisterbahnfahrt durch das Reich des Konsums. One-Woman-Opera stellt den Satz des Erschreckens in den Raum: „Ich sehe heute nicht gut aus!“ Schrill beginnt die Suche nach den Ursachen.
Inszenierung und Bühnenbild verbinden die vier Micro-Opern und stellen sie unter einen weiten dramatischen Bogen: Eine Frau ist allein in ihrem Haus. Sie erscheint in einem großen weißen Kleid, das sich aufplustert. Sie taucht auf, als käme sie aus dem Garten der Poesie. Aus diesem Bild schält sie sich heraus, begibt sich in Träume und Visionen, nimmt die Gestalt surrealer Figuren an, ruft erinnerte Bilder wach, die Frau kann vielleicht sogar schweben . . .


Micro Oper München wurde 1991 von Cornelia Melián gegründet und versteht sich als Labor für Musikversuche mit neuer Musik. Micro Oper experimentiert mit verschiedenen Formen inszenierter Musik und setzt sich mit neuen theatralen Mittel im Musiktheater auseinander


Irinel Anghel

(*1969), Komponistin, Multi-Instrumentalistin und Improvisatorin, studierte Komposition an der Universität Bukarest, an der sie 1997 den Master, 2003 den Doktor im Fach Komposition erwarb. Im Ensemble Pro Contemporania, das sie leitet, spielt sie Klavier, Mini-Keyboards, Akkordeon, elektrische Gitarre, Gu Zheng, Koto, Khaen und Schlagzeug. Seit 2003 tritt sie mit Musikern verschiedenster Richtung als Improvisatorin auf. Als experimentelle Künstlerin vertritt sie einen neuen Surrealismus in der Musik. Sie wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Sie erhielt mehrere Preise in Rumänien, den Uchimura Preis des UNESCO-Theaterinstituts, das Camajani Stipendium der New York University, den International New Music Consortium Award in New York und den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Juliane Klein

(*1966) begann ihr Musikstudium 1978 als Jungstudentin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. 1989, 1992 und 1996 legte sie ihre Diplomprüfungen in Komposition, Tonsatz und Klavier ab. Von 1989 bis 1992 unterrichtete Juliane Klein an derselben Hochschule Tonsatz und Komposition, 1993 bis 1997 folgte ein Aufbaustudium bei Helmut Lachenmann in Stuttgart. Juliane Klein erhielt zahlreiche Stipendien, u. a. für die Cité Internationale des Arts Paris und die Villa Massimo, Rom. 2006 erhielt sie den Förderpreis der Akademie der Künste Berlin. Ihr Werkverzeichnis umfasst Kompositionen für das Musiktheater, Solostücke, Lieder, Kammer- und Orchestermusik. Die Staatsopern Berlin, Hannover und Stuttgart spielten ihre experimentellen Opernproduktionen, sie schrieb Auftragswerke u. a. für das Scharoun-Ensemble, den Deutschlandfunk Köln, das Freiburger Barockorchester, die Wittener Tage für neue Kammermusik, die Donaueschinger Musiktage.

Carola Bauckholt

wurde 1959 in Krefeld geboren. Nach mehrjähriger Mitarbeit im Krefelder Theater am Marienplatz (TAM) studierte sie von 1978 bis 1984 an der Musikhochschule Köln bei Mauricio Kagel. 1985 gründete sie mit Caspar Johannes Walter den Thürmchen Verlag, 1991 das Thürmchen Ensemble. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u .a. 1986 das Bernd Alois Zimmermann Stipendium der Stadt Köln, 1997 den Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom. 1998 wurde sie mit dem Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und vertrat Deutschland bei den Weltmusiktagen in Mexiko 1992, in Kopenhagen 1996, in Seoul 1997 und in Zürich 2004. Ein zentrales Moment der Werke von Carola Bauckholt ist das Nachdenken über das Phänomen der Wahrnehmung und des Verstehens. Ihre Kompositionen vermischen oft Elemente aus Performance, visueller Kunst, Musiktheater und konzertanter Musik. Dafür bedient sie sich gerne geräuschhafter Klänge, die oft mit ungewohnten Mitteln erzeugt werden und nicht in ein vorgegebenes Kompositionsraster eingearbeitet, sondern in ihrer freien Entfaltung beobachtet und fortgeführt werden.

Charlotte Seither

(*1965) studierte Komposition, Klavier, Germanistik und Musikwissenschaft in Hannover und Berlin. 1998 promovierte sie zum Doktor der Philosophie. Seit 2000 kommen ihre Werke bei zahlreichen internationalen Festivals zur Aufführung, u.a. mit dem BBC Symphony Orchestra London (2004), dem Tschechischen Rundfunksinfonieorchester Prag (2006), ASKO Kamerkoor (2005), beim IFWM-Festival Seoul (2003), GRAME Festival Lyon (2002), Prager Frühling (1995), Nuova consonanza Rom (2004), LACMA Los Angeles (2001) und Gaudeamus Amsterdam (2006). Mehrfach war sie Preisträgerin internationaler Wettbewerbe und erhielt Stipendien, u. a. für die Cité des Arts Paris (1999), Palazzo Barbarigo Venedig (1993), Villa Aurora Los Angeles (2000) und Studienstiftung des deutschen Volkes (1987-91). Seit 1999 lehrt Charlotte Seither an der Universität Magdeburg, seit 2002 auch an der Hochschule für Künste Bremen.

Cornelia Melián

ist klassische Sängerin und liebt musikalische Grenzgänge. Sie singt alte und neue Musik und pendelt zwischen Musikexperiment und Musiktheater. Sie ist Mitbegründerin der Micro Oper München, einem Labor für interdisziplinäre Musikversuche. Mit ihr realisierte sie bisher 16 Uraufführungen, die zu verschiedensten Festivals eingeladen wurden.
Cornelia Melián arbeitet mit Formationen für neue und alte Musik: mit RECONSIL Wien, Ambitus Wien, den Ensembles für Frühe Musik Sequentia (Köln) und Estampie (München). Projekte entstanden mit den Stimmperformern David Moss und Phil Minton, den bildenden Künstlern Flatz und Brunner/Ritz, der Regisseurin und Choreographin Wanda Golonka und dem Orient/Okzident-Ensemble Sarband (Istanbul).
Cornelia Melián sang zahlreiche Ur- und Erstaufführungen. Festivals wie u.a. die Berliner Festspiele, Szene Salzburg, Istanbulfestival, Opernfestspiele + München, EuroScene Leipzig, Festival Eclat Stuttgart, GREC-Festival Barcelona luden sie ein. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Preise und Stipendien, u.a. den Förderpreis der Landeshauptstadt München. Cornelia Melián lebt und arbeitet in München.

Judi Wilson

(Regie, Choreographie)
arbeitet seit 1994 als Performerin und Regisseurin in Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden, den USA und Kanada. Die Basis ihrer Regiearbeit bildet ein außergewöhnliches Training für Stimme, Bewegung und Theater, das sie in den letzen Jahren entwickelt hat. Von 1997–2006 lehrte und arbeitete sie unter anderem am Roy Hart Théatre Centre Artistique International in Südfrankreich. Judi Wilson lebt in Seattle, USA.

Magdalena Gut

(Bühne/ Kostüme)
wurde 1974 in Krakau geboren. Sie studierte an der Universität, an der Akademie der Bildenden Künste und an der Meisterschule für Bühnengestaltung in Wien. 1996–2001 war sie Erich Wonders Assistentin bei vielen Produktionen, u. a. bei Jürgen Flimms Bayreuther Ring-Inszenierung. Seit 1998 ist sie als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig, 1999 begann ihre enge Zusammenarbeit mit der Regisseurin Tina Lanik.

Axel Tangerding

(Management/ Co-Regie)
Als Architekt beeinflusste ihn die klare Formensprache des Bauhauses. Seine Theaterlaufbahn prägen drei Persönlichkeiten: Ellen Stewart und ihr La Mama Theatre New York, Jerzy Grotowskis Teatr Laboratorium in Wroclaw/Polen, und Yoshi Oida, Mitglied der Peter Brook Company Paris. Axel Tangerding gründete das Meta Theater und leitete dessen internationale Produktionen. In der Co-Regie mit Judi Wilson sieht er die One-Woman-Opera als Herausforderung, einen surrealen Raum zu erfinden, in dem sich gleichzeitig die Musik entfalten und der Zuschauer in assoziativen Bildern wieder finden kann.