Für immer ganz oben

nach einer Erzählung von David Foster Wallace

Kompositionsauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale
Koproduktion der Münchener Biennale mit dem Münchner Volkstheater

Komposition/Libretto: Brigitta Muntendorf; Regie/Libretto: Abdullah Kenan Karaca; Bühne: Vincent Mesnaritsch; Dramaturgie: Caroline Schlockwerder; Kostüme: Sita; Musikalische Leitung: Ralf Ludewig;

Ein Freibad. Es ist Sommer. Pommes und Eis, die SNACKBAR, in der Nacktheit prallen nicht zu versteckende Krampfadern auf sich brüstende Arschbomben. Der Junge ist 13 Jahre alt.

Seine Wahrnehmung bildet für David Foster Wallace die Projektionsfläche für den Moment, der alles verändert. Es ist der Weg zum Sprungturm, die metaphorische Grenze zwischen Kindheit und Adoleszenz. Es ist die dringliche Suche nach einem Platz in der Welt, nach einem Rhythmus, der Sinn, Sinnlichkeit und Empfindung ordnet, nach einer Kartographie von Menschen und Lauten, nach der Kontrolle im Rausch der Metamorphose.

Der Regisseur Abdullah Kenan Karaca, die Komponistin Brigitta Muntendorf und der Bühnenbildner Vincent Mesnaritsch projizieren diesen Moment auf die Körper von 18 Knabensopranen im Müller'schen Volksbad. Zusammen mit Schauspielern des Münchner Volkstheaters und einer bandartigen Musikerformation lassen sie eine Maschinerie des Unbändigen, Zügellosen und unvermeidbar Verletzlichen losbrechen.

Brigitta Muntendorf Komposition

1982 in Hamburg geboren, absolvierte sie ihr Kompositionsstudium bei Younghi Paagh-Paan und Günther Steinke an der Hochschule für Künste Bremen, sowie bei Krzysztof Meyer, Rebecca Saunders und Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Während des Studiums gründete sie das mittlerweile zehnköpfige und sieben Nationen verbindende Ensemble Garage. Es folgen Stipendien an der Cité Internationale des Arts in Paris und bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie. Seit 2013 unterrichtet sie Komposition an der Universität Siegen und lehrt derzeit als Gastdozentin im Fach Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Ihre Tätigkeiten als freischaffende Komponistin und künstlerische Leiterin des Ensemble Garage setzt sie derzeit als Stipendiatin in der Villa Concordia in Bamberg fort. 2014 erhielt Brigitta Muntendorf den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. Aufträge und Aufführungen führten sie u. a. zu Festivals wie Acht Brücken Köln, Eclat Stuttgart, ensemble[:E:]uropa (WDR), den Wittener Tagen für neue Kammermusik, Klang Festival Kopenhagen oder Ultraschall Berlin. Neben ihrer engen Zusammenarbeit mit dem Ensemble Garage komponierte sie u.a. auch für das Ensemble Modern, Ensemble Mosaik, Asko/Schönberg Ensemble, CALEFAX, Klangforum Wien und das Ensemble musikFabrik.

Abdullah Kenan Karaca Regie

Abdulla Kenan Karaca wurde 1989 in Garmisch-Partenkirchen geboren und wuchs in Oberammergau auf. Nach dem Abitur wurde er 2009 Regieassistent am Münchner Volkstheater und arbeitete bei den Salzburger Festspielen als Regieassistent bei »Jedermann« unter Christian Stückl. 2011 assistierte er Christian Stückl bei der Produktion »Joseph und seine Brüder« nach dem Roman von Thomas Mann im Oberammergauer Passionstheater. Ebenfalls 2011 leitete er das erste Mal den Jugendclub am Münchner Volkstheater. 2012 inszenierte er sein Regiedebut »Arabboy«. »Der große Gatsby« war seine zweite Arbeit am Münchner Volkstheater. In der Volkstheater-Spielzeit 2014/15 brachte er »Woyzeck« von Georg Büchner auf der großen Bühne heraus. 2015 wurde Abdullah Kenan Karaca  zum stellvertretenden Spielleiter der Passionsspiele 2020 in Oberammergau gewählt. 

Vincent Mesnaritsch Bühnenbild

Vincent Mesnaritsch, 1982 in Graz geboren, studierte Szenografie an der Akademie der bildenden Künste Wien und diplomierte 2009. Er assistierte u. a. bei Martin Zehetgruber, Annette Murschetz und Bernhard Kleber. 2006 realisierte er zusammen mit Falko Herold »alles mozart!«,  eine mobile Karaoke Station, in der von Passanten  gesungene Mozartarien aufgezeichnet und anschließend online gestellt wurden. Das Preisträgerstück des Wettbewerbs der Stadt Wien wurde anlässlich des 250. Geburtstages Mozarts produziert. Als Bühnenbildner arbeitete Vincent Mesnaritsch u. a. mit Rudolf Frey, Michael Höppner, Esther Muschol, Michael Schachermaier, Christoph Batscheider und Thomas Birkmeir an verschiedenen Spielstätten des Burgtheaters, Stadttheater Klagenfurt, Theater Ulm, am Alten Schauspielhaus Stuttgart, Schauspielhaus Wien sowie am Schauspielhaus Salzburg.

Vincent Mesnaritsch lebt als freischaffender Bühnenbildner und Maler in Wien.

Sita Kostüm

Sita, 1988 im holsteinischen Neustadt als Sven Schmidt geboren, aufgewachsen in Hamburg, begann nach einer viermonatigen Hospitanz am Deutschen Theater Berlin 2012 sein Kostümbild-Studium an der Hochschule Hannover. Im Rahmen des praktischen Studienteils erhielt Sita ein Auslandsstipendium in New York City, wo er anschließend 2014 vier Monate für die französische Künstlerin Letitia Soulier arbeitete. 2015 folgten neben dem Studium praktische Arbeiten als Kostümbildner für Julia Hübners Inszenierung von Wagners »Idomeneo« an der Musikhochschule Hanns-Eisler in Berlin sowie ein Musikvideo für die dänische Band »Brummen«. Bei einem Gemeinschaftsprojekt der Theaterakademie Hamburg lernte er den Regisseur Abdullah Kenan Karaca kennen, mit dem er als Kostümbildner bei Horváths »Der jüngste Tag« im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg zusammen arbeitete. Bei »Die Präsidentinnen«, Sitas erster Arbeit am Münchner Volkstheater und »Katzelmacher« setzt sich die Zusammenarbeit fort. Neben seiner Tätigkeit als Kostümbildner ist Sita auch Performancekünstler.

Besetzung & Credits

Komposition/Libretto: Brigitta Muntendorf

Regie/Libretto: Abdullah Kenan Karaca

Bühne: Vincent Mesnaritsch

Dramaturgie: Caroline Schlockwerder

Kostüme: Sita

Chor: Münchner Knabenchor

Musikalische Leitung: Ralf Ludewig

Musiker: Sachiko Hara, Keyboard / Johannes Öllinger, E-Gitarre/ Hans-Henning Ginzel, Violoncello/ Thomas Hastreiter, Schlagwerk

Dauer: 50 min

Kompositionsauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale

Koproduktion der Münchener Biennale mit dem Münchner Volkstheater

Sprache: Deutsch

Volkstheater

Biografien

Sachiko Hara Keyboard

Sachiko Hara ist in Fukuoka/Japan aufgewachsen. Sie studierte Klavier an der Hochschule für Musik in München. Neben dem klassischen Repertoire widmet sie sich der zeitgenössischen Musik und war mehrfach bei renommierten Ensembles zu Gast. Bei den Münchener Kammerspielen war sie bei mehreren Theaterstücken in der Regie von Johan Simons mit Musik von Carl Oesterhelt zu hören.

Sie erhielt 2009 den " Förderpreis für Musik" der Stadt München.

Johannes Öllinger E-Gitarre

Johannes Öllinger spielt als Solist und Kammermusiker, in Ensembles, Orchestern und Musiktheaterproduktionen. Seine Hauptinstrumente sind die klassische und die E-Gitarre, daneben Banjo, Theorbe und E-Bass. Öllingers Spektrum reicht von Alter Musik auf historischen und modernen Instrumenten über das klassische Gitarrenrepertoire bis hin zu zeitgenössischer Musik in verschiedenen Spielarten. Als Solist konzertierte er in der Laeiszhalle Hamburg, dem Prinzregententheater München, dem Konzerthaus Wien und bei den Salzburger Festspielen. Mit dem auf zeitgenössische Musik spezialisierten Gitarrenduo „steuber.öllinger“ war er Gast bei Festivals in Deutschland, Polen und den USA. Er spielt regelmäßig mit Ensembles wie Resonanz, musikFabrik NRW, dem Ensemble Modern Orchestra, dem Staatsorchester Stuttgart und dem Sinfonieorchester des BR und gastierte als Darsteller und Musiker an Theatern in Berlin, Wien, Hamburg, Frankfurt sowie Düsseldorf und arbeitete mit den Regisseurinnen Anna Malunat und Florentine Klepper.

Hans-Henning Ginzel Violoncello

Hans-Henning Ginzel (*1988) ist Komponist und Cellist. Er gewann mehrere nationale Instrumentalwettbewerbe und erhielt zahlreiche Stipendien und Förderpreise, u.a. von der Landeshauptstadt München. Er studierte Violoncello bei Prof. Helmar Stiehler an der Hochschule für Musik und Theater München sowie bei Prof. Iagoba Fanlo am Real Conservatorio Superior de Música in Madrid. Ginzel ist Gründer des Arcis Cello Quartetts und Cellist des Ensembles Breakout. Seine erste Tournee in Asien führte Ginzel 2015 nach Taiwan. Im gleichen Jahr erschien bei M Music Records auch seine CD ASTURIAS mit dem Arcis Cello Quartett. Ersten Kompositionsunterricht erhielt Ginzel bei Dieter Acker und studierte bei Jan Müller-Wieland in München. Als Cellist und Komponist arbeitete er u.a. mit dem Arditti Quartett, Ian Pace, dem Ensemble Plural (Madrid), Salome Kammer sowie Holger Falk und Markus Wolf zusammen. Ginzel wurde mehrfach international ausgezeichnet, so z.B. mit dem 1. Preis des Harald-Genzmer-Kompositionspreises, dem Sonderpreis des 9th New Composition Competition Chengdu (China) und dem 1. Preis des Kompositionswettbewerbes der Hugo-Wolf-Akademie. Ginzel ist Teilnehmer zahlreicher Festivals z.B. EVIMUS (Saarbrücken), Grafenegg (Österreich), Festival der Hugo-Wolf-Akademie (Stuttgart), aDevantgarde-Festival (München) und wird international aufgeführt.

Thomas Hastreiter Schlagwerk

Thomas Hastreiters musikalisches Schaffen ist international breit gefächert.Auftritte als Kammermusiker und Orchestermusiker führen ihn zu den wichtigsten Konzerthäusern Europas, sowie nach Nordamerika und Australien. So tritt er bei renommierten Festivals wie dem Luzern Festival oder in Aix-en-provence auf. Er spielt mit Dirigenten wie Kyrill Petrenko, Christoph Eschenbach, Kent Nagano und Alan Gilbert.

Seit 2010 ist Thomas Hastreiter Lehrbeauftragter am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. Er studierte an der Musikhochschule Nürnberg - Augsburg bei den Lehrern Stefan Blum, Jörg Hannabach, Guido Rückel und Thomas Höfs. 

Münchner Knabenchor Chor

Mit der Gründung des MÜNCHNER KNABENCHORES erfüllt der Künstlerische Leiter Ralf Ludewig vielen Freunden der Münchner Musikkultur und sich selbst einen langgehegten Wunsch: einen Knabenchor auf höchstem Niveau, der mit seinem Namen weltweit für das Kulturangebot der bayerischen Landeshauptstadt wirbt.In den vergangenen Jahren waren immer wieder Vertreter der Stadt München und zahlreiche Bürger an den damaligen Künstlerischen Leiter des Tölzer Knabenchores mit dem Wunsch herangetreten, der Musikwelt durch eine neue Namensgebung zu signalisieren, dass die Erfolge, die Qualität und die Berühmtheit des Chores der professionellen Arbeit mit durchwegs echten „Münchner Kindln“ zu verdanken sind.Dieses Anliegen war ausschlaggebend für die Idee, ein eigenes Gesangsunternehmen ins Leben zu rufen. Zahlreiche Knaben zeigten sich begeistert von dem musikalischen Abenteuer und folgten spontan ihrem langjährigen Chorleiter, sodass sich mit der Neugründung ein Chor auf hohem Niveau formierte, der innerhalb kürzester Zeit mehrere Engagements an bedeutenden Häusern im In- und Ausland erhielt.Ralf Ludewig stand als Künstlerischer Leiter des Tölzer Knabenchores mehr als fünf Jahre an der Spitze der musikalischen Verantwortung des renommierten Chores, der unter seiner Führung von 2009 bis 2014 eine beeindruckende Erfolgsbilanz verzeichnen konnte.

Ralf Ludewig Chorleitung

Verantwortlich für die künstlerische Leitung des MÜNCHNER KNABENCHORES ist Ralf Ludewig, langjähriger Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Tölzer Knabenchores, der mit Gründung des eigenen Chores Anfang September 2014 seine Funktionen im Tölzer Knabenchor aufgab.

1974-1981 Gesangsausbildung im Tölzer Knabenchor
1979-1981 Knabensolist u.a. unter Herbert v. Karajan, Claudio Abbado und Nikolaus Harnoncourt an den renommiertesten Opern- und Konzerthäusern
1989-1994 Musikalisches Studium in Osnabrück und Amsterdam in den Bereichen Gesang, Dirigieren und Schulmusik, Aufbau des Bach-Ensembles für Alte Musik in Holland, Basssolist für Oratorien und Liederabende, Preisträger verschiedener Gesangswettbewerbe
1994-1997 Ausbildung zum Diplom-Logopäden mit Schwerpunkt funktionelle und neurologische Stimmstörungen, Stimmforschung
1997-2002 Inhaber zweier Logopädiepraxen
1996-2002 Stimmbildner und Chorleiter an mehreren Musikschulen in Norddeutschland, Chorleiter verschiedener Kinder,- Jugend- und Erwachsenenchöre
2002-2009 Stimmbildner und Chorleiter beim Tölzer Knabenchor
2009-2014 Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Tölzer Knabenchores
2013 Preisträger des französischen Klassikpreises Diapason d’Or für das War Requiem von B. Britten im Co-Dirigat mit Mariss Jansons